Neujahrsansprache 2022

Wongi 107 / Chonsan Chongbopsa

Lasst uns das Dharmarad des großen Tao von Il-Won weiter drehen.

 

Für das neue Jahr Wongi 107 wüsche ich allen Gjodo, allen Menschen und der gesamten Menschheit, dass sie die unermeßliche Gnade von BopShinBul erfüllt.

 

In den letzten 2 Jahren verfolgte uns eine nie dagewesene Corona-Pandemie. Sie hat uns zu tiefem Nachdenken gebracht und zu der Bitte um Weisheit für die Zukunft.

Covid 19 hat unser aller Leben stark verändert.

Mit Blick auf die Geschichte der Menschheit, auf die zahlreich erlebten und überwundenen Krisen, raten viele Zukunftsforscher dazu, sich nicht vor einer sich schnell verändernden Welt zu fürchten, sondern die Kraft des Geistes zu kultivieren, um die Einstellung gegenüber der materiellen Lebensgrundlage zu ändern.

Für die Menschheit wird in der Zukunft, das von Meister Sotaesan, dem großen erleuchteten Tathagata, verkündete Gründungsmotiv des Ordens

- „Das Materielle ist erwacht,

lasst uns nun den Geist erwecken“ -

größter Anstoß zum Denken und Orientierungspunkt in ihrem Leben sein.

 

Deshalb sollten wir im neuen Jahr wieder das große Tao des Il-Won, von Meister Sotaesan, die Ethik der dreifachen Einheit von Chongsan Chongsa aufrechterhalten und die von Daesan Chongsa offenbarten 10 großen Lektionen standardisieren, um somit gemeinsam das Rad des großen Tao des Il-Won weiter zu drehen.

 

Die 10 Lektionen.

1. Der Weg zum Zusammenleben und Gedeihen.

Es bedeutet, dass sich alles Seiende auf den Weg zum Wohlstand begibt

und gemeinsam gedeiht.

Chongsan Chongsa hat gesagt:

„Da sich das Wissen der Menschheit stetig erweitert und sich eine Welt ohne Grenzen öffnet wird der 'Globalismus' die Menschen beherrschen.“

Deshalb sollten wir überholte Bräuche und Selbstsucht mutig aufgeben und nur mit einem offenen MaUm, das uns gegenseitigen Nutzen bringt, die Ziele für ein Zusammenleben und gemeinsamen Wohlstand erkennen und umsetzen.

 

2. Der Weg, Freude und Leiden zu teilen.

Es bedeutet, dass man mit allen Lebewesen ihr Leiden teilt, wenn sie Not erleiden, aber auch die Freuden, wenn diese vorhanden sind. So funktioniert Zusammenleben.

 

3. Der Weg der Vereinigung des MaUm und der Kraft.

MaUm vereinigen bedeutet ein und ein gleiches MaUm zu haben.

Kraftvereinigung ist der Zusammenhalt und Loyalität.

Die Vereinigungen sollen wir praktizieren, für unser Gelübde alles Seiende erlösen und die Welt heilen. Wir sollen den Körper und das MaUm zusammenführen, um uns gegenseitig zu helfen.

 

4. Der Weg der Vollkommenheit von Körper und Geist.

Meister Sotaesan erläuterte es so:

„Von nun an wird die alte Welt in eine neue Welt umgebaut, also muss eine Religion der neuen Welt eine lebendige Religion sein, in der nicht das Leben von den Übungen getrennt ist und Leben und Übungen zwei verschiedene Teile sind.“

Darum sollten wir dafür kämpfen, dass wir unseren Geist und Körper im Wissen stärken, dass die vollkommene Kultivierung des Geistes eine Linie des Lebens bildet, sowie die Konzentration des MaUm und das Erkennen und Ausführen ein alltägliches Leben gewährleistet, ohne Mangel an Nahrung, Kleidung, Bildung und Wohnung.

 

5. Der Weg des Sosein in Bewegung und Ruhe.

Es bedeutet, dass wir ein MaUm trainieren sollen um die eigene Natur in Bewegung und Ruhe nicht zu verlassen und konsequent unser MaUm zu erhalten. Aus diesem Grund sollen wir ständig kultivieren.

Wenn sich unsere 6 Sinne in Ruhe befinden sollen wir uns darum bemühen, uns mit unserem MaUm zu vereinen.

Wenn sich unsere 6 Sinne in Bewegung befinden sollen wir uns darum bemühen Ungerechtigkeit zu beseitigen und Gerechtigkeit zu kultivieren.

Das soll unser Richtmaß sein.

 

6. Der Weg zur Ausgewogenheit.

Man soll Übertreibungen vermeiden , egal ob zum Guten oder zum Schlechten.

Daesan Chongsa hat gesagt:

„Ständiger leichter Mangel ist besser als Maßlosigkeit. So soll man mit Ruhe und mit Gelassenheit des MaUm, nach der richtigen Entscheidung rechtmäßig und geordnet handeln.“

Deshalb sollen wir ein Leben führen, das das Gleichwicht in Ruhe und Bewegung nicht verliert, weder durch den Vergleich von Gewinn und Verlust, Körper und Geist, noch Materiellem und Sparsamkeit.

 

7. Der Weg der wahren Gerechtigkeit.

Es bedeutet: Wahre Gerechtigkeit ist - miteinander teilen -.

Meister Sotaesan sprach:

„Derjenige jedoch, der dem Prinzip der Unangemessenheit folgt, wird nur nach einem Glück trachten.

Wenn alles deinem Willen entspricht, nimm es nicht allein für dein Eigen, sondern teile es mit der Welt und genieße es zusammen mit anderen.“

So sollen wir gerecht teilen lernen, ohne alleine zu besitzen.

 

8. Der Weg zur gerechten Aufteilung.

Dieser Satz soll besagen:

Wenn man ein Recht zu einem Monopol macht wird man danach unweigerlich mit einem Problem konfrontiert. Also soll man die Rechte gleichmäßig aufteilen.

 

9. Der Weg des Prinzips: Nach dem Aufstieg folgt der Niedergang.

Dies soll uns sagen:

Hinter dem aufsteigenden Wohlstand kann Niedergang und Armut folgen. Deshalb soll man nicht maßlos leben, sondern immer dem goldenen Weg der Mitte folgen.

 

10. Der Weg zum Dreigliedrigen Lernen.

Die letzte Lektion ist das Dreigliedrige Studium.

Wir sollen die Übung des Dreigliedrigen Studiums, so wie es uns Meister Sotaesan gelehrt hat, als besten Maßstab annehmen.

In Ruhe üben wir die Kultivierung und forschen und lernen fleißig, so dass wir, wenn wir auf Konfrontationen treffen, die richtigen Gedanken haben und richtig und gerecht handeln.

So wird man mit 10, 100, 1000 und 10tausendfacher Übung die große Kraft der Bodhisatva und Buddha und einen großartigen Charakter erlangen. Dann werden wir in der Lage sein, das Rad des Tao von Il-Won, geschickt zu steuern.

Liebe Mitschwestern und Mitbrüder, liebe Freunde des Dharma!

Diese 10 Lektionen sind ein Anstoß zur Erweckung des Geistes und gleichzeitig auch die Lebensphilosophie des Lebensglaubens und der Buddhaehrung des Lebens der Menschheit, die das große Tao des Dharmarads von Il-Won energisch in Bewegung setzt.

 

Ich wünsche ihnen von ganzem Herzen, dass wir in diesem Jahr zusammen diese 10 Lektionen in unserem Körper und Geist verwurzeln, trainieren und weiter voran streben.